U19 – JUNGZEBRAS GEWINNEN DEN KRIMI IN MAGDEBURG!
U19 gewinnt Krimi in Magdeburg – Eisend trifft sechs Sekunden vor Schluss zum 36:35
Die U19 des THW Kiel hat am zweiten Spieltag der Jugendbundesliga ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. In der Neuauflage des vergangenen Deutschen Meisterschaftsfinales gewannen die Jungzebras beim SC Magdeburg nach einer hochspannenden Schlussphase mit 36:35 (22:19). Julius Eisend erzielte sechs Sekunden vor dem Ende den umjubelten Siegtreffer.
Vier Monate nach dem Duell um die Deutsche Meisterschaft trafen die beiden Nachwuchsteams erneut aufeinander. Diesmal ging es früh in der neuen Bundesliga-Saison um wichtige Punkte – und die Kieler zeigten von Beginn an, dass sie in Magdeburg etwas mitnehmen wollten. Vor 130 Zuschauern in der Wolfgang-Lakenmacher-Halle entwickelte sich ein intensives und temporeiches Jugendhandballspiel.
Jungzebras erwischen starken Start
Nach ausgeglichenen ersten Minuten übernahm die Mannschaft von Trainer Felix Höppner zunehmend die Kontrolle. Aus einem 3:3 machten die Kieler innerhalb weniger Minuten eine 6:3-Führung. Julius Eisend und Anton Hahn sorgten anschließend für das 8:4, ehe Kjell Suhr beim 9:5 erstmals traf. Besonders in dieser Phase gelang es dem THW, immer wieder Lösungen gegen die Magdeburger Defensive zu finden.
In der 19. Minute bauten die Jungzebras ihren Vorsprung sogar auf sechs Tore aus: Nach Treffern von Vincent Faciejew und zweimal Suhr stand es 14:8 für Kiel. Der SCM ließ sich allerdings nicht abschütteln und verkürzte wieder. Der THW behielt offensiv die Ruhe und nahm schließlich eine 22:19-Führung mit in die Kabine. Jasper Anschütz setzte mit seinem Treffer kurz vor der Pause den letzten Kieler Akzent der ersten 30 Minuten.
Kiel setzt sich erneut ab – Magdeburg schlägt zurück
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel intensiv. Magdeburg verkürzte zunächst, doch Kiel hatte immer wieder die passende Antwort. In der 43. Minute traf Vincent Faciejew zum 29:25, nur wenig später erhöhte Dominik Schweichler auf 30:25. Die Jungzebras hatten sich damit erneut ein Fünf-Tore-Polster erarbeitet.
Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen. Mit vier Treffern in Folge kam der SCM auf 29:30 heran. Jetzt entwickelte sich der erwartete Krimi. Mika Lieberherr beendete die Magdeburger Serie mit dem 31:29, anschließend übernahm vor allem Jasper Anschütz Verantwortung. Vier seiner insgesamt fünf Treffer erzielte er in der Schlussphase und hielt die Kieler damit immer knapp vorne.
Eisend entscheidet den Krimi
Beim 35:33 durch Anschütz gut viereinhalb Minuten vor Schluss schien der THW auf die Zielgerade einzubiegen. Doch Magdeburg kämpfte sich ein letztes Mal zurück. Raphael Welsch verkürzte zunächst auf 34:35, ehe Mats Brigzinsky 86 Sekunden vor dem Ende tatsächlich zum 35:35 ausglich.
Die letzten Sekunden hatten es dann noch einmal in sich. Beide Mannschaften nahmen kurz vor Schluss ihre Auszeiten. Der THW bekam anschließend die Gelegenheit zum letzten Angriff – und nutzte sie: Julius Eisend traf bei 59:54 Minuten zum 36:35. Magdeburg blieben nur noch sechs Sekunden. Der Vorsprung hielt – und die Jungzebras feierten einen emotionalen Auswärtssieg.
Starke geschlossene Mannschaftsleistung unserer U19!
Erfolgreichster Kieler Werfer war Vincent Faciejew mit acht Treffern, darunter zwei Siebenmeter. Julius Eisend erzielte sieben Tore und übernahm mit seinem letzten Treffer die entscheidende Verantwortung. Jasper Anschütz und Anton Hahn trafen jeweils fünfmal, Kjell Suhr viermal. Claudius Beuthner steuerte drei Treffer bei, Mika Lieberherr und Dominik Schweichler jeweils zwei.
Damit nehmen die Jungzebras nach dem deutlichen 44:24 zum Saisonauftakt gegen Eintracht Hagen auch die nächste Herausforderung erfolgreich – diesmal allerdings nach einem echten Handball-Krimi.
SC Magdeburg – THW Kiel 35:36 (19:22)
THW-Tore: Faciejew 8/2, Eisend 7, Anschütz 5, Hahn 5, Suhr 4, Beuthner 3, Lieberherr 2, Schweichler 2.
THW Kiel: Olav Callsen, Mika Lieberherr, Claudius Beuthner, Henrik Rohwer, Jasper Anschütz, Luke Dumont, Jonas Kroll, Sebastian Rinker, Tobias Leuchtl, Daniel Passlack, Kjell Suhr, Dominik Schweichler, Tobias Dengler, Julius Eisend, Anton Hahn, Vincent Faciejew. Trainerteam: Felix Höppner & Hendrik Hell.
JUNGZEBRAS AUCH IN DER LIGA-STATISTIK VORNE
Der starke Saisonstart unserer U19 zeigt sich nicht nur in zwei Siegen aus zwei Spielen, sondern auch in den individuellen Zahlen der Jugendbundesliga. Nach zwei Spieltagen stehen gleich drei Kieler unter den Top 20 der Liga bei den Toren pro Spiel. Vincent Faciejew belegt mit starken 8,0 Toren pro Spiel Platz 5. Dahinter folgen Julius Eisend auf Platz 18 und Claudius Beuthner auf Platz 19 mit jeweils 5,5 Treffern pro Partie. Damit kommen die drei Jungzebras gemeinsam auf durchschnittlich 19 Tore pro Spiel. Ein schöner Zwischenstand nach den ersten beiden Spieltagen – und gleichzeitig ein Beispiel dafür, wie wichtig die individuelle Entwicklung neben der Arbeit mit der gesamten Mannschaft ist.
Individuelle Förderung ist Pflicht auf dem Zebra-Weg
Im Nachwuchsleistungshandball reicht Mannschaftstraining allein nicht aus. Bei den THW Kiel Junioren gehören deshalb zwei bis drei individuelle Trainingseinheiten pro Woche verpflichtend zur Ausbildung unserer Nachwuchsspieler.
Die Einheiten werden durch die verantwortlichen Trainer Felix Höppner (U19) und/oder Hendrik Hell (U17) geplant und durchgeführt. Hier gibt es Zeit und Raum, gezielt am einzelnen Spieler zu arbeiten: an technischen und taktischen Details, am Entscheidungsverhalten, an positionsspezifischen Fähigkeiten sowie an persönlichen Stärken und Entwicklungspotenzialen.
Ein weiterer Baustein ist das regelmäßige Wurftraining mit Christian Sprenger, Co-Trainer unserer Bundesliga-Mannschaft. Dazu kommen individuelle Trainingseinheiten in enger Zusammenarbeit mit unserer Partnerschule des Leistungssports, der IGF Friedrichsort. So lassen sich Schule und Leistungssport miteinander verbinden und zusätzliche Trainingszeiten für die individuelle Ausbildung unserer Jungzebras schaffen.
Erste Früchte der täglichen Arbeit
Wie sich diese Arbeit im Wettkampf zeigen kann, war auch beim 36:35-Auswärtssieg beim SC Magdeburg zu sehen. Vincent Faciejew war mit acht Treffern bester Kieler Torschütze. Julius Eisend erzielte sieben Tore und übernahm in der entscheidenden Situation Verantwortung: Sechs Sekunden vor dem Ende traf er zum 36:35-Sieg. Claudius Beuthner steuerte drei Treffer bei.
Drei Jungzebras in den Top 20 der Liga
5. Vincent Faciejew – 8,0 Tore/Spiel
18. Julius Eisend – 5,5 Tore/Spiel
19. Claudius Beuthner – 5,5 Tore/Spiel
„Erst bestellen und pflegen – später ernten“
Klaus-Dieter Petersen, Nachwuchskoordinator der THW Kiel Junioren, beschreibt diesen Teil des Zebra-Weges gerne mit einem einfachen Bild: „Der Bauer muss erst arbeiten, die Felder bestellen und sie immer wieder pflegen. Erst später können die ersten Erträge eingefahren werden. Im Nachwuchsleistungshandball ist es nicht anders: Wir müssen mit unseren Spielern kontinuierlich arbeiten, sie fördern und fordern und ihnen Zeit für ihre Entwicklung geben. Dann können wir irgendwann gemeinsam die ersten Früchte dieser Arbeit ernten.“
Deshalb sind die aktuellen Platzierungen in der Torjägerstatistik vor allem eine Momentaufnahme. Sie zeigen, dass sich zusätzliche Arbeit auszahlen kann – entscheidend bleibt aber, die Spieler über Monate und Jahre weiterzuentwickeln.
Denn der Zebra-Weg endet nicht mit einer guten Statistik nach zwei Spieltagen.
Er bedeutet, jeden Tag an den Grundlagen zu arbeiten, individuelle Entwicklung einzufordern und gleichzeitig Geduld mitzubringen.
Säen. Arbeiten. Pflegen. Entwickeln. Ernten.
Das ist unser Zebra-Weg.



