Team U17 – Nachwuchszebras mit Offensivspektakel

Viele Glanzmomente und Schattenseiten im Spiel der Zebras
Die U17-Zebras des THW Kiel haben sich in einem wahren Offensivspektakel gegen den HC Bremen durchgesetzt. Vor 250 Zuschauern in der Edgar-Meschkat-Halle gewann die Mannschaft von Trainerteam Hendrik Hell/Tell Brügemeier mit 40:38 – und zeigte dabei eine kämpferische Energieleistung, die den schwarz-weißen Nachwuchs am Ende jubeln ließ.

Offener Schlagabtausch in Hälfte eins
Von Beginn an entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Kiel fand schnell ins Spiel: Henrik Rohwer (5 Tore) und David Neufert (5 Tore) setzten die ersten Duftmarken, während Bremen vor allem über ihren Topscorer Mika Beneke (11 Tore) und den wuchtigen Ole Büschking (8 Tore) gefährlich blieb. Immer wieder wechselte die Führung, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Zur Pause stand es leistungsgerecht 18:18. 

Zebras ziehen nach der Pause an
Nach Wiederanpfiff zündeten die Jungzebras den Turbo. Vor allem Daniel Passlack (7 Tore) und Mika Lieberherr (7 Tore) nahmen das Spiel in die Hand, während Maximilian Naumann (5 Tore) in dieser Phase wichtige Tore beisteuerte. Beim 26:22 (38. Minute) war die Halle erstmals richtig am Kochen. Doch Bremen ließ sich nicht abschütteln – angeführt von Beneke und Salwig kämpften sich die Gäste zurück.

Drama um Rohwer – Kiel behält die Nerven
In der 52. Minute der Schock: Henrik Rohwer sah nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Doch die Zebras behielten trotz Unterzahl die Ruhe. Keeper Ole Graßhoff entschärfte einige wichtige Würfe, vorne trafen Jonas Kroll (4 Tore) und erneut Mika Lieberherr. In den letzten fünf Minuten wurde es wild: Bremen verkürzte mehrfach auf ein Tor, doch Kiel hatte stets die richtige Antwort parat. Nach dem 40:36 durch Mika Lieberherr schien alles entschieden, ehe die Gäste in der Schlussminute noch zweimal trafen. Am Ende jubelten die Zebras über ein 40:38 und zwei hart erkämpfte Punkte. Ein Dank an den HC Bremen und Trainer Tizian von Lien für die tolle Leistung seines Teams.

Fazit der Nachwuchszebras
Der THW-Nachwuchs bewies Nervenstärke und Durchschlagskraft in der Offensive. Mit acht Spielern, die mindestens doppelt trafen, überzeugte vor allem die Breite im Kader. In einem guten B-Jugend-Bundesligaspiel setzten sich die Kieler am Ende verdient durch – und zeigten einmal mehr, dass in dieser Mannschaft echtes Zebra-Herz schlägt.

Sicherlich zeigten die Nachwuchszebras viele positive Momente, insbesondere im Angriffsspiel, wo Spielfreude, Kreativität und der unbedingte Wille zum Torerfolg sichtbar wurden. Doch gerade in der Defensive offenbarte sich noch deutliches Steigerungspotenzial. Ein stabiler, abgestimmter Abwehrverbund sieht anders aus, und auch das gemeinsame Arbeiten gegen den Ball muss noch konstanter werden. Hinzu kamen zu viele technische Fehler. Anstatt in hektischen Phasen den Ball zu sichern, ihn geduldig laufen zu lassen und mit mehr Respekt im Zusammenspiel den Überblick zu behalten, versuchten die Jung-Zebras oft überhastet den schnellen Abschluss. Dieses ständige „Nach-vorne-Hetzen“, um ein Offensivspektakel zu entfachen, führte zwangsläufig zu unnötigen Ballverlusten. Gerade hier gilt es, in Zukunft noch mehr Spielintelligenz – gerade die Spielgestalter und Führungsspieler – zu entwickeln: ein Spiel zu lesen, es zu steuern und in verschiedenen Phasen bewusst das Tempo zu variieren. Nicht immer ist der schnelle Angriff der richtige Weg – manchmal ist es die reife Entscheidung, Ruhe ins Spiel zu bringen und den Gegner laufen zu lassen.

Unterm Strich bleibt: Die Nachwuchszebras haben gezeigt, dass sie über enormes Potenzial verfügen. Wenn es gelingt, die gezeigte Offensivpower mit mehr Disziplin, Ruhe und Stabilität in der Abwehr zu kombinieren, dann wächst hier eine Mannschaft heran, die in der Liga noch für viel Furore sorgen wird.

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