U19-JUNGZEBRAS BLEIBEN AUF KURS!
U19-Jungzebras bleiben auf Kurs – 40:27-Heimsieg gegen TUSEM Essen
Die U19 der THW Kiel Junioren hat ihren erfolgreichen Saisonstart in der Jugendbundesliga fortgesetzt. In der heimischen Edgar-Meschkat-Halle setzte sich die Mannschaft von Trainer Felix Höppner am Samstag mit 40:27 (23:16) gegen TUSEM Essen durch und zeigte dabei über weite Strecken genau die Mischung, die auf dem Zebra-Weg gefragt ist: Tempo, Mut, mannschaftliche Geschlossenheit – aber auch die Bereitschaft, an den Dingen zu arbeiten, die noch nicht perfekt funktionieren.
Dabei brauchten die Jungzebras zunächst einige Minuten, um sich vom engagierten Gegner abzusetzen. Essen hielt bis zum 3:3 dagegen, ehe die Kieler zunehmend Zugriff auf die Partie bekamen. Aus dem 4:3 wurde innerhalb kurzer Zeit ein 6:3, beim 11:5 nach knapp elf Minuten hatten sich die Gastgeber erstmals ein deutliches Polster erarbeitet. Vor allem das konsequente Umschalten und die Bereitschaft, mit Tempo in die freien Räume zu gehen, sorgten immer wieder für gute Abschlussmöglichkeiten. Essen ließ sich davon allerdings nicht entmutigen, spielte weiter mutig und zwang die Kieler Defensive immer wieder zu konzentrierter Arbeit.
Genau solche Phasen sind für die Ausbildung wichtig.
Ein deutlicher Spielstand darf im Nachwuchsleistungshandball nicht dazu führen, in den Verwaltungsmodus zu schalten. Es geht darum, unabhängig vom Ergebnis weiter an den eigenen Prinzipien zu arbeiten: in der Abwehr miteinander zu kommunizieren, Zweikämpfe konsequent anzunehmen, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten und im Positionsangriff gute Entscheidungen zu treffen. Bis zur Pause gelang das den Jungzebras insgesamt ordentlich. Über 16:9 und 20:13 ging es mit einer 23:16-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich aber auch, warum jedes Bundesligaspiel wertvolle Lernmomente bietet. Essen nutzte einige Kieler Unkonzentriertheiten und verkürzte zwischenzeitlich von 26:19 auf 26:21. Statt nervös zu werden, fanden die Zebras anschließend wieder zu ihrem Spiel. Jasper Anschütz eröffnete die nächste Kieler Phase, Mika Lieberherr legte nach und Schritt für Schritt wuchs der Vorsprung wieder. Aus dem 26:21 wurde ein 31:22 und wenig später ein 36:23. Gerade diese Reaktion war ein wichtiger Teil des Nachmittags: Fehler gehören zur Entwicklung – entscheidend ist, wie eine Mannschaft darauf reagiert.
Erfreulich war dabei erneut die breite Verteilung der Verantwortung.
Vincent Faciejew war mit zehn Treffern erfolgreichster Kieler Torschütze. Kjell Suhr und Julius Eisend steuerten jeweils fünf Tore bei, Jasper Anschütz, Patrik Murko, Dominik Schweichler und Anton Hahn trafen jeweils viermal. Mika Lieberherr und Henrik Rohwer erzielten jeweils zwei Treffer. Diese Verteilung unterstreicht, dass die Kieler Offensive nicht von einem einzelnen Spieler abhängig war, sondern viele Jungzebras Verantwortung übernehmen konnten.
Auch der TUSEM verdiente sich dabei Anerkennung. Die Gäste blieben trotz des wachsenden Rückstands ihrem Spiel treu und suchten bis zum Ende ihre Möglichkeiten. Henri Huthoff war mit sieben Treffern erfolgreichster Essener Schütze, Niklas Kieslich und Jaron Schloss kamen jeweils auf fünf Tore. Gerade im Jugendhandball gehört zu einem guten Spiel auch der Respekt vor dem Gegner – denn Entwicklung entsteht vor allem durch Mannschaften, die sich gegenseitig fordern.
Den Schlusspunkt setzte Patrik Murko wenige Sekunden vor dem Ende zum 40:27. Damit stand ein verdienter Kieler Heimerfolg, bei dem das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel, der Blick aber trotzdem über die Anzeigetafel hinausgehen muss.
Der Zebra-Weg bleibt ein Ausbildungsweg. Siege und Ergebnisse gehören zum Leistungssport und dürfen gefeiert werden. Entscheidend ist für unsere Jungzebras aber, aus jedem Spiel etwas mitzunehmen.
Wo haben wir bereits Bundesliga-Niveau gezeigt?
Wo müssen wir schneller entscheiden?
Wo können wir defensiv noch konsequenter werden?
Und wie schaffen wir es, unsere Leistung über 60 Minuten unabhängig vom Spielstand abzurufen?
Genau darin liegt die nächste Aufgabe. 40 Tore, ein weiterer Schritt nach vorne und gleichzeitig wieder einiges an Arbeit für die Trainingswoche – so geht Ausbildung bei den Jungzebras.



